PRESSEMITTEILUNG 20/2021

Ansbach, den 09.06.21

Kiebitze schützen - Bauamt startet Weideprojekt auf Ausgleichsflächen

Wiesenbrüter gehören mittlerweile zu der am stärksten gefährdeten Vogelgruppe in Bayern. Fast alle dazugehörigen Arten wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Wiesenpieper und Braunkehlchen stehen auf der Roten Liste Kategorie 1 und sind vom Aussterben bedroht.

Das Staatliche Bauamt Ansbach ist seit vielen Jahren im Besitz von großen Ausgleichsflächen bei Muhr am See, die beim Ausbau der Bundesstraße 13 angelegt wurden. Ziel war es, Flächen für Wiesenbrüter zu schaffen. Hierzu wurden feuchte Mulden angelegt und mit einer zeitlich gestaffelten Streifenmahd über viele Jahre gepflegt.
Trotz dieser Maßnahmen blieb der erhoffte Bruterfolg hinter den Erwartungen zurück. Zunehmende Verbuschung am Rande der Ausgleichsflächen sowie eine zu einheitliche Struktur der Wiesen begünstigte zudem das Problem mit Beutegreifern. Säugetiere, allen voran der Fuchs, sind mittlerweile hauptsächlich für den Verlust von Kiebitz-Küken verantwortlich.
Die Bestände des Kiebitzes haben seit 1980 deutschlandweit um 93 % abgenommen.

Hier sah das Staatliche Bauamt Ansbach letztes Jahr dringenden Handlungsbedarf und lud den Landesbund für Vogelschutz, die Naturschutzbehörde aus Weißenburg, den Landschaftspflegeverband Mittelfranken und ortskundige Ornithologen zu einem Ortstermin ein, um über Maßnahmen, die zur Verbesserung der Bruterfolge führen könnten, zu beraten.

Gemeinsam kam man zu dem Ergebnis, mit einem neu ausgearbeiteten Konzept, bestehend aus Rinderbeweidung und später Mahd, die Chancen auf Bruterfolge für den Kiebitz zu verbessern. Bereits im Winter waren störende Gehölze teilweise entnommen worden.

In Zusammenarbeit mit einem ortsansässigen Landwirt wurden die Wiesenflächen für die Rinderbeweidung im Frühjahr eingezäunt. Diese grasen nun erst einmal auf einer Teilfläche, auf der derzeit keine Kiebitz-Gelege beobachtet wurden.

Weiden sind mit ihrer niedrigen Vegetation und dem Insektenreichtum wichtige Lebensräume für junge Kiebitze. Zusätzlich wird durch kleine Vieheinheiten ein Mosaik verschieden hoch gewachsener Bereiche gewährleistet, die wiederum den Küken Schutz bieten.

Mehrere Brutpaare haben sich bereits auf den Flächen eingefunden und gebrütet. Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass die Kiebitz-Küken auch bis zum Flügge werden überleben.

Das Staatliche Bauamt Ansbach investiert jedes Jahr viel Geld in das Monitoring und Management von Tier- und Pflanzenarten auf seinen Ausgleichsflächen, um einen positiven Beitrag zum Natur- und Artenschutz zu leisten. Dank einer konstruktiven Zusammenarbeit mit anderen Fachbehörden, örtlichen Verbänden und Landwirten, können dann auch gemeinsame Erfolge zum Schutz unserer bedrohten Arten verzeichnet werden.

Mit diesem Artikel möchten wir die Bevölkerung über das neue Weideprojekt informieren und gleichzeitig bitten, den Flächen fernzubleiben, um den Bruterfolg nicht zu gefährden.


Auskunft erteilt:
Frau Eichelberger
Telefon: 0981/8905 - 1190