PRESSEMITTEILUNG 24/2019

Ansbach, den 29.07.19

B 2 Dietfurt; Fortsetzung des Dialogs zur Umgehungsstraße in Dietfurt - Planer des Staatlichen Bauamts Ansbach stellten in der Arbeitsgruppe erste Ergebnisse vor

Seit Jahren hoffen die Anwohner in Dietfurt, Ortsteil von Treuchtlingen, auf eine Entlastung der Verkehrssituation. Der derzeitige Verlauf der viel befahrenen B 2 durch den Ort führt zu einer Lärm- und Luftschadstoffbelastung für die Anwohner und entspricht auch nicht dem verkehrlichen Ziel einer ortsdurchfahrtfreien, zügig und sicher zu befahrenden Bundesstraße. Eine Ortsumgehung soll deshalb her. Die Planungen dazu werden vom Staatlichen Bauamt in Ansbach geleitet.

Um Anliegen der Bürgerschaft und Anwohner in die Planungen aufzunehmen, hatten die verantwortlichen Planer des Staatlichen Bauamtes Ansbach Bürger und Stadträte aus Treuchtlingen im Rahmen der Bürgerbeteiligung in die Planungen eingebunden. In der sogenannten Arbeitsgruppe hatten Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Behördenvertretern in der Vergangenheit Variantenvorschläge entwickelt und diskutiert. Am Dienstag, den 16. Juli 2019, wurde nun der Austausch in der Arbeitsgruppe fortgesetzt. Dabei stellten die Planer die Untersuchungsergebnisse für jene sieben Varianten vor, die grundsätzlich realisierbar erschienen und folglich vertieft untersucht wurden. Ergebnisse zur Verkehrswirksamkeit, zur Schallbelastung und zu den Auswirkungen auf die Umwelt durch die ausgearbeiteten Varianten wurden von den beauftragen Fachgutachtern vorgestellt, verbunden mit Aussagen zur Bautechnik und einem ersten Kostenvergleich.

Ebenso stellte das Staatliche Bauamt in der Sitzung erste vorläufige Bewertungsergebnisse zu allen Varianten vor.

Zu welchem Ergebnis führte die Diskussion nach der Präsentation in der Arbeitsgruppe?

Von den Vertreterinnen und Vertretern aus Dietfurt und Treuchtlingen wird die Variante 8 bevorzugt, die östlich von Dietfurt durch den Dattelberg mithilfe eines Tunnels verläuft. Diese Variante führt zu einer geringeren Flächenversiegelung gegenüber anderen möglichen Varianten und allgemein zu einer geringeren Lärmbelastung für die Bewohner Dietfurts. Allerdings stellt sich bei der Variante 8 die Frage, ob die vergleichsweise geringere Verkehrsqualität dem Vergleich Stand hält – im Tunnel stehen nur zwei Fahrspuren zur Verfügung und die Geschwindigkeit ist auf 80 km/h begrenzt - und demzufolge der Bund, der die Straße finanziert, bereit ist, die erheblich höher liegenden Kosten zu tragen.

Aber auch die Varianten 1 und 2 (siehe Karte) sind weiterhin im Rennen. Diese umfahren Dietfurt im Westen. Sie haben verkehrliche Vorteile gegenüber der Variante 8, weil sie wegen des 3-streifigen Querschnitts sichere Überholmöglichkeit schaffen. Allerdings führen sie zu einem großen Teil durch das Dietfurter Ried, einem naturschutzfachlich sehr hochwertigen und artenreichen Auen- und Niedermoorgebiet.

Weiterhin zeichnet sich ab, dass die Varianten 4.1, 4.2, 5 und 7 „wohl kaum auf den vorderen Plätzen landen werden“, so Werner Ott, verantwortlicher Projektleiter beim Staatlichen Bauamt Ansbach. Gegen die Tunnel-Variante durch Dietfurt (Variante 5) sprechen der Eingriff in die Altmühl als Fließgewässer mit der europaweit geschützten Bachmuschel sowie der Grundwasser- und Hochwasserschutz. Zudem wäre ein verstärkter Lärmschutz erforderlich. Ebenfalls mit größeren Problemen behaftet sind die Varianten, die einerseits über den Höhenrücken östlich von Dietfurt, zwischen dem Bergnershof und Osterdorf, führen (Varianten 4.1 und 4.2) und andererseits im langen Tunnel östlich von Dietfurt durch den Dattelberg verlaufen (Variante 7). Deren Kosten übersteigen um ein Vielfaches die beim Bund gemeldeten Kosten für das Vorhaben. Darüber hinaus werden bei den Varianten 4.1 und 4.2 im großen Stil landwirtschaftliche Flächen sowie alte und hochwertige Waldstrukturen durchschnitten.

Wie soll es weitergehen?

Bevor der Variantenvergleich abgeschlossen werden kann, müssen die Planer noch die Einschätzung von Fachbehörden einholen. Für den Herbst sind Treffen in der Lenkungs- und Arbeitsgruppe geplant, um die Ergebnisse und das weitere Vorgehen im Verfahren zu besprechen. Zudem wird die Öffentlichkeit in einer Bürgerinformationsveranstaltung zu den Ergebnissen informiert, die rechtzeitig angekündigt wird.

Auskunft erteilt:
Herr Ott
Telefon: 0981/8905 - 1320

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